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Deutschland/Deutschland

Fast sechs Jahrzehnte nach dem Bau der Berliner Mauer (1961) und 30 Jahre nach ihrem Fall erinnern wir an die staatliche Teilung, die vierzigjährige Trennung (1949-1990) und schließlich an die Wiedervereinigung Deutschlands mit der Distanz zum zeitgeschichtlichen Geschehen – auch wenn die „blühenden Landschaften“ (Helmut Kohl) mancherorts zwischen Rügen und Rennsteig noch immer auf sich warten lassen und wenn in den Köpfen von manchen Deutschen immer noch nicht „zusammen(ge)wachsen (ist), was zusammen gehört“ (Willy Brandt).

Wir erinnern an die 40 Jahre, in denen es eine deutsch-deutsche Geschichte gab, mittels des Mediums der Karikatur. Diese setzt anstelle der nüchternen Dokumentation spöttische Ironie und bissige Satire mit dem Weichzeichner der Kunst. Karikaturen sind gezeichnete Kurzkommentare und bringen treffsicher auf den Punkt, was mancher Leitartikel nicht schafft. „Optisches Juckpulver“ nennt sie der Wiener Künstler Gustav Peichl (Ironimus).

Karikaturen sind ein Spiegel für Meinungs- und Pressefreiheit. Kein Wunder, dass sich die Karikaturisten unter Ulbricht und Honecker schwertaten. Die SED-Granden durften von ihnen nicht ins karikierende Bild gesetzt werden. Selbst Franz-Josef Strauß – von den DDR-Medien gehasst und verhöhnt – durfte, nachdem er einen Milliardenkredit für die DDR eingefädelt hatte, von den DDR-Zeichnern nicht mehr aufs Korn genommen werden. Erst nach 1989 konnte sich die Karikatur auch auf dem Boden der ehemaligen DDR in einer nun freien Presse frei entfalten.

Die Ausstellung „Deutschland/Deutschland“ ist eine Zeitreise durch vier Jahrzehnte deutscher Teilung und schließt das mühsame Zusammenwachsen beider Deutschlands nach der wiedererlangten staatlichen Einheit ein. Die Bilder, die immer wieder zum Schmunzeln anregen, lassen Konrad Adenauer und Walter Ulbricht, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Erich Honecker wieder auferstehen. Sie streifen eine schwierige, leidvolle, oft auch groteske Zeitgeschichte – ironisch, satirisch, gnadenlos, pointiert aber auch humorig. Download Flyer

Helmut Schmidt
Kurator der Ausstellung

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. www.revolution.sachsen.de

Rosinen statt Bomben

Mirko Szewczuk
1948

Sämtliche Land- und Wasserwege nach und von Westberlin werden auf Anordnung von Kremlchef Josef W. Stalin am 24. Juni 1948 blockiert. Damit reagiert Moskau auf die Währungsreform in Westdeutschland und Westberlin. Der US-Militärgouverneur, General Lucius D. Clay, kontert mit einer Luft-brücke für Berlin. In 400 Tagen werden von amerikanischen und britischen Flugzeugen (im Berliner Jargon „Rosinenbomber“) bei über 200 000 Flügen fast zwei Millionen Tonnen Güter in das eingeschlossene Westberlin geflogen. Erst am 12. Mai 1949 gibt Stalin auf und beendet die Berlin-Blockade.

Ticket_08

Tickets: Die Teilnehmerzahl für die Vernissage am 09.10.2020 ist begrenzt. Bitte meldet Euch via unten stehenden Link an. Diese Anmeldung dient gleichzeitig der Erhebung der personenbezogenen Daten gemäß der Allgemeinverfügung des Vogtlandkreises vom 22.09.2020. Ticketbestellung hier.

„Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf …“ *

Herbert Sandberg (DDR)
1948

Der Mitherausgeber des „Ulenspiegel“ (Zeitschrift für Literatur, Kunst und Satire in der DDR) sieht keine Zukunft im Marshallplan, mit dem die USA Westdeutschland und anderen vom Zweiten Weltkrieg hart getroffenen Ländern Europas auf die Beine helfen. Statt auf „Almosen von Amerikas Gnaden“ baut er lieber auf den sozialistischen Aufbauwillen in der Sowjetischen Besatzungszone. Der Ost-Michel fragt sich beflissen: „Wem fällt da die Wahl noch schwer?“ Eine wirkliche Wahl hat er allerdings gar nicht.


* aus der Hymne der FDJ

Workshop im Rahmen der Ausstellung SCHNEETREIBEN. Vorteil der Modecollage: das rasche spielerische Reagieren – während des gesamten Entstehungsprozesses. Kleinste Veränderungen können getestet, verworfen und nachbessert werden. Dazutun, wegnehmen, überlagern, reduzieren … denken im Tun … sehen, was man tut. Tun, was man denkt. Das Schneiden und Reißen zwingt zur großen Form, lässt das Klein-Klein nicht zu. Die Herausforderung der Aufgabe: eine Übersetzung zu schaffen, das Charakteristische der Idee herauszuarbeiten, anstatt zu versuchen, sie nur oberflächlich abzubilden. Ein weiterer Vorteil: Sie haben mobile Formen, die sie verändern, austauschen und hin und her bewegen können. Weitere Möglichkeiten der Bearbeitung sind das Drucken oder das Übermalen. Workshopleiter ist Prof. Thomas Knoth, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg. Bitte Schere, Leim, Cutter, Stifte mitbringen.

Ticket_08

Tickets:  Der Workshop ist auf 10 Teilnehmer begrenzt, kostet 20 EUR und ist im Voraus via eventbrite zu bezahlen. Bitte meldet Euch via unten stehenden Link an. Diese Anmeldung dient gleichzeitig der Erhebung der personenbezogenen Daten gemäß der Allgemeinverfügung des Vogtlandkreises vom 22.09.2020. Ticketbestellung hier.